Knut Holst hat geschrieben:Hach, und wo ich gerade dabei bin:
Hast du schonmal andere Systeme gespielt, statt einfach nur drauf einzudreschen?
Ich möchte Axel hier nicht übermäßig in Schutz nehmen, aber lass dir sagen, Knut: Ja, hat er. Ausgiebig.
Knut Holst hat geschrieben: Die Tödlichkeit hängt in erster Linie von den Mitspielern, der Orga und dem allgemeinen Verständnis von konsequentem Spiel ab. [...] Das härteste Kampfsystem, das ich kenne (Eh-Te-Eh-Rar), arbeitet mit "jede Waffe macht einen Schadenspunkt" UND Trefferzonen.
Dass die Tödlichkeit von der Gemeinschaft der Spielenden (Orga, NSC und Spieler) und deren Verständnis von konsequentem Spiel abhängt, ist natürlich unbestritten. So kann es dann kommen, dass Regelsysteme, die ihrem Wortlaut nach sehr schnell zum Charaktertod führen, trotzdem kaum Tote verursachen: Weil die Gemeinschaft der Spielenden sich einfach nicht umbringt und/oder das Regelwerk dehnt, biegt, bricht oder umgeht, um doch nicht mit Charaktertoden konfrontiert zu werden.
Man kann also sagen: Egal, welchen Grad von Tödlichkeit das Regelsystem enthält, die tatsächliche Anzahl an Spielertoden hängt einzig und allein von der Gemeinschaft der Spielenden ab.
Allerdings ist das "allgemeinen Verständnis von konsequentem Spiel" schwierig zu messen und zu beurteilen. Ein Indikator dafür, welches allgemeinen Verständnis von konsequentem Spiel vorherrscht, sind die Regeln, auf die sich die Gemeinschaft der Spielenden einigen kann. Denn auch, wenn die
Härte eines Regelwerks nicht gleichzusetzen ist mit der
Durchsetzung seiner Regeln, so lässt die Bereitschaft der Spielenden (gerade in einem vergleichsweise demokratischen* System wie Phönix), bestimmte Regeln als allgemeingültig zu akzeptieren oder abzuweisen, Vermutungen auf das allgemeine Verständnis von konsequentem Spiel zu.
Wenn also der Überweigende Teil der Gemeinschaft der Spielenden dafür ist, eine Regel einzuführen, nach der jeder getroffene Spieler sofort tot umfallen soll und Wiederbelebung unmöglich ist, lässt das auf ein anderes allgemeines Verständnis von konsequentem Spiel schließen als wenn die Gemeinschaft der Spielenden überwiegend auf dem Standpunkt steht, dass Spieler einzig und allein dann sterben können, wenn sie es für angebracht halten.
Noch einmal: Die
Einführung einer Regel sagt noch nichts aus über die
Durchsetzung einer Regel. Der Umstand aber, dass eine neue Regel überhaupt diskutiert wird (konkret also: Der Umstand, dass überhaupt in Erwägung gezogen wird, das Sterben in Phönix neu zu regeln), wirft seinerseits die Frage auf, ob sich das allgemeine Verständnis von konsequentem Spiel geändert hat. Insofern ist ein Vergleich (auch wenn er sich als falsch herausstellen sollte) mit der Gemeinschaft der Spielenden aus anderen Systemen (DragonSys, Silbermond, Daimon, you name it) doch durchaus legitim: Wenn Sterberegeln ganz ähnlich denen anderer Systeme diskutiert werden, dann ist es durchaus verständlich anzunehmen, dass auch das allgemeine Verständnis von konsequentem Spiel seitens derjenigen, die diese Regel diskutieren, ganz ähnlich dem Verständnis von Spielern anderer Systeme ist.
Wenn Axel also die Idee einer veränderten Sterberegelung bei Phönix als "Zu Dragonsysartig" ablehnt, dann mag das der Form nach flapsig, polemisch, pöbelnd und unangebracht sein, doch die Kernfrage hinter dieser ablehnenden Haltung ist damit noch lange nicht unangebracht: Bewegt sich mit der Einführung einer solchen Regel die Gemeinschaft der Spielenden bei Phönix weg von dem bisherigen allgemeinen Verständnis von konsequentem Spiel hin zu einem neuen?
Wenn die eindeutige und klare Antwort lautet, "NEIN!", dann ist ja alles in Butter. Wenn sich aber aufzeigen sollte (wie angesprochen von Frank), dass "die Spieler keine Angst mehr vor dem Tod haben und daher irrational reagieren oder die Bescheißerquote noch höher steigen als sie sowieso schon immer war", dann sollten wir uns alle mal Fragen ob da im Gros nicht doch das Verständnis von konsequentem Spiel verrutscht ist. Zur Beantwortung dieser Frage allerdings ist bereits alles gesagt worden:
"Da hilft wohl nur ausprobieren." (Frank Bauer)
*"demokratisch" soll hier heißen, dass bei Phönix a) auf der Chartasitzung Regelvorschläge besprochen und diskutiert werden können, die dann b) Verbindlich für alle Orgas werden. Auch wenn bei Phönix kein Basisdemokratisches Organ zur Entscheidungsfindung existiert, gibt es im Gegensatz zu DragonSys und Co. eine für alle verbindliche Einrichtung mit Mitspracherecht seitens der Orgas.
In Wirklichkeit bin ich viel hübscher.