So, nun versuche ich, mehr und umfangreicher mein Feedback zum Spiel zu geben. Die folgenden Angaben sind nicht chronologisch oder thematisch geordnet sondern purzeln ungeordnet aus meinem Hirn, wie sie mir gerade einfallen.
Das Stadtfest hat mir riesengroßen Spaß gemacht. Es war lebhaft und schön anzusehen, und es herrschte eine ganz tolle Atmosphäre; die angebotenen Spiele waren toll und einfallsreich, und die Tombolapreise waren der HAMMER. Es hat mir besonders viel Spaß gemacht, den Admiral zur Tull mit Torten zu bewerfen.

Vielen dank auch für das tolle Hufweisenwerfen! Die Lage des Festes fand ich gar nicht so schlecht; auf dem Wall ließ es sich schönf flanieren. Es ist allerdings wahr, dass dadurch das Spiel in der Stadt sehr entzerrt wurde, und der Weg zwischen dem Wettbewerb auf dem Marktplatz und den Attraktionen auf dem Wall war doch etwas weit.
Ich hatte großen Spaß am Spiel mit den Fossoren. Als Bedrohung habe ich sie nicht so richtig ernst genommen (es waren stets HORDEN von schwer bewaffneten Spielern zur Stelle, um die armen Riesenratten klein zu hacken), aber die Gespräche waren fantastisch. Armes Rattenvolk!Die sozio-ökonomischen Implikationen unserer Unterhaltungen sind weitreichend - die "Monster" sind bloß hungrig und missverstanden. Wir sollten Wirtschaftshilfe leisten! Vielen Dank an dieser Stelle auch an die beherzten Tulderon, die mit viel persönlichen Einsatz einen lebenden Fossoren gefangen, gefesselt und ins Wachhaus geschleppt haben. Das war super!
Die Adelslager waren beeindruckend, und das Spiel mit dem Adel war dieses Jahr besonders toll. Der Baron von Wehrfeld hat sehr eidnrucksvoll dargestellt, was es bedeutet, in einem Feudelstaat an Stelle eines Rechtsstaates zu leben: Wenn dem hohen Herr die Wege der Gerichtsbarkeit nicht gefallen, dann ändert er sie eben mit Waffengewalt - und das Volk hat das zu schlucken. Als Tulderoner Bürger hat mich das natürlich auf's äußerste empört, aber als Spieler fand ich es klasse, Adelsherrschaft einmal in Aktion zu sehen.

Apropos Adel: YES! Wir haben eine Rädelsführer für Bauernaufstände! Schon beim "Torwendil"-Spiel habe ich mich gefragt, wo denn die Bauernkriege bleiben. Ich empfand es darum als Triumph, die Schmähungen des mysteriösen "Hofer" zu lesen.
Und Apropos Schmähungen: Nicht nur waren die Schmähungen als solche schon großartig ("Adel ist Gluteus Maximus"), die Krönung waren die Bemnühungen der tapferen Stadtwache, die Schmähungen verschwinden zu lassen. "Bei Adel muss ich tanzen!" wird bestimmt zum geflügelten Wort werden!

Ganz besonders viel Lob und herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal an die beiden elfischen Maler und Anstreicher aus unserer Truppe. Oh, und auch ein Lob an die Orga: Das war phänomenal clever von euch, den anstehenden Abriss des Fassadenputzes zu nutzen, um sich so richtig an der Wand auszutoben. Wann sonst bekommen LARPer mal die Gelegenheit, eine Burgfassade großflächig zu beschmieren?

(Marc v. B. - wäre das mal was?

)
Oh, ganz aus dem Zusammenhang, aber trotzdem schön: Ich war sehr angetan von Tampen Tobbys Spiel auf diesem Tulderon. Danke für die großzügige Vergabe des Multivitaminbieres.
Die Vernehmung der Verdächtigen! Allmächtiger Herr im Himmel, ich habe selten so viel gelacht. Ich hatte noch zwei Tage lang Muskelkater. Tausendmal dankeschön an Vitali und Doc Doyle für das Verhör, und an Mei und Tambourin für's mitmachen. Ganz besonders letzterer hat den Abend zu einem derartig unvergesslichen Erlebnis gemacht. "Lüg nicht!" mit schwerem lirer Akzent wird sich hoffentlich ebenfalls als Redewendung einbürgern.

Danke auch an den Schnapsmann für die spontane Verköstigung der Schaulustigen - und danke auch an die Schaulustigen, die den "Schaulustigentaler" entrichter haben, um dabei zu sein. In Zukunft werde ich bestimmt häufiger Veranstaltungen für Schaulustige ausrichten.
Die nächtliche Expedition zum Friedhof! Es war ein wundervoller Moment, um die Anspannung der Tage zu lösen und Stress abzubauen. Danke an alle, die mich begleitet haben. Ich hatte tatsächlich mitten in der Nacht in den Slums auf dem Wall eine Erleuchtung - ich habe plötzlich begriffen, wieso und wie die Partyfisten vom letzten Mal so viel Unsinn machen, oberflächlich alberne Nabbel sind, und trotzdem so viel Leidenschaft und Ernsthaftigkeit in ihr Spiel liegen. Die Götter m ögen mir beistehen, Ju-unge und der ganze andere Haufen hat mir dieses Jahr ein bisschen gefehlt.
So, was habe ich noch vergessen? Die Cabal hatte schöne, gesellige Abende; die, öhm, Müslitruppe war dieses Jahr herausragend gut organisiert und fleißig; das Mandelbrot war wie immer lecker (und hatte dieses Jahr sogar einen Ofen direkt im Laden!); der lustige alte Narkoleptiker war dieses Jahr viel lustiger als das letzte mal; das "Leichen-Ex" war wirklich eine schöne und witzige Idee; vielen Dank an alle, die Gastronomie zur Verfügung stellen (Taverne, Affenfass, Bodega, Marzipan, Kräuter, Schnaps, und alle, die ich vergessen habe); ganz besonders expliziten Dank an die Bodega für das 5-Silber-Stadtwachenpicknick (das sollten wir zu einer Tradition machen!); andere denk- und erwähnenswürde Ereignisse habe ich ganz gewiss noch vergessen und werde sie nachtragen falls ich daran denke.
Und hier nocheinmal zur Stadtwache: Ihr seid die beste Stadtwache Tulderons! Das Nordtor kann uns mal!
Zum Abschluss möchte ich noch auf einiges Gesagte eingehen. Es ist zwar ein bisschen schlechter Stil, die Beiträge anderer in großem Umfang zu kommentieren, aber hier ist so eine schöne und lebhafte Diskussion entstanden, dass ich mich daran beteiligen möchte.
Daniel Brügmann hat geschrieben:
[...]Komisch nur, dass Tobi der einzige ohne Maske war und als einziger nach seiner Erlösung liegengeblieben ist. Mein Beileid an die anderen NSC, die meiner Meinung nach keine Beachtung erfahren haben, hatten bestimmt kein lesbares Namensschild mehr um die Armen... Wie das nur passieren konnte? evtl. war es ja göttliche Eingebung, dass sich manche ohne Deus ex machina diese Dinge nicht anders erklären konnten.[...]
So komisch war das eigentlich nicht, dass Tobi als einziger keine Maske trug. Er war ja immerhin die einzige "frische" Leiche - alle anderen waren schon alt und gammelig und im fortgeschrittenen Stadium der Verwesung. Darum trugen sie Masken und waren so unansehnlich.

Es waren durchaus auch andere der Leichen identifizierbar. Zwei von denen waren eindeutig Wächter, und einer hat sogar reagiert, wenn man ihn mit Namen angesprochen hat. Ich hatte viel Spaß im Spiel mit diesen Untoten.
Susanne Pavlovic hat geschrieben:[...] Was ich gerne anregen würde: Eine bessere Abstimmung zwischen Orga-Aktionen und Spieler-Angebot wäre sinnvoll. Ein paar Spieler-Aktionen sind einfach ausgefallen, weil sie sich mit Plot überschnitten haben (ich denke vor allem an das Klingenturney der Wehrfelser, das von der Gerichtsverhandlung "geschluckt" wurde.) Natürlich soll die Orga nichts über ihre Pläne verraten, schon klar, aber vielleicht gäbe es einen Weg, geplante Aktionen bei der Orga anzumelden, und die teilt dann Zeitfenster zu. Sonst laufen halt viele Fäden ins Leere. [...]
Es ist natürlich schade, wenn geplante Aktionen von Spielern ausfallen, aber sowas passiert nun mal. Es ist nicht die Aufgabe der Orga, den Kalender für Spieleraktionen zu führen. Ich würde das als Spieler auch gar nicht wollen; wenn ich eine Sache tun will oder mich dazu gezwungen sehe (Eine Straße Sperren, Monster jagen, einen Dieb fangen, etc.), will ich nicht erst den Terminplan von jemand anderem konsultieren. Ich werde auch keinesfalls stets der Orga mitteilen, wenn ich die Entscheidung treffe, etwas zu tun.
Gerade die Gerichtsverhandlung ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Spiel entwickelt: Eine Musikerin wurde festgenommen und in Untersuchungshaft gehalten. Die Spieler, die Staatsanwaltschaft und Gericht besetzen, haben eine Gerichtsverhandlung organisiert: Sie haben einen Ort und einen Termin festgelegt, eine Anklageschrift gemäß der Strafprozessordnung und des Strafgesetzbuches Tulderons geschrieben, Anwälte, Richter und Gerichtsdiener organisiert sowie die Verhandlung öffentlich angekündigt und schließlich auch ausgerichtet. Der Herr Baron hat daraufhin beschlossen, dass ihm die Verhandlung nicht schmeckt, hat seine Truppen bewaffnet und gerüstet und ist in die Stadt eingezogen, um zu intervenieren. Niemand hat am Abend der Verhaftung einer Verdächtigen vorausgesehen, dass am Nachmittag des nächsten Tages ein militärischer Konflikt ins Haus steht. Sowas passiert eben. Der Baron hätte ja auch zu Hause bleiben und sein Turnier abhalten können, anstatt sich in Gerichtsverfahren einzumischen, die ihn gar nichts angehen.

Bei langfristiger geplanten Angeboten (Turniere, Auftritte, Losverkauf usw.) könnte man allerdings durchaus die Planung koordinieren. Das wäre doch eine schöne Idee für einen Spielerposten: Jemand, der einen Veranstaltungskalender für die Stadt führt, vielleicht auch in Zusammenarbeit mit dem Herold. So eine Art Stadteilbüro oder Tourist-Info. Das wäre auch ein super Anlaufpunkt für Stadtführungen.

Shirin hat geschrieben:Hallo ,
hier nun auch mal ein Feedback von zwei Tulderon Neulingen (wir waren die mit dem Gebäck- und Likör-Körbchen).[...]
Schade war nur, dass wir mit unserem IT-Zelt sehr weit ausserhalb waren, so dass wir manches an (im Vorfeld geplantem) Ambiente und Spiel garnicht wirklich realisieren konnten.[...]
Das stimmt. Euer Zelt war so hübsch, und euer Garten so liebevoll gestaltet! Ihr seid ja nun frisch eingebürgert - zieht doch nächstes Jahr einfach ins Stadtzentrum!
Shirin hat geschrieben:Wir waren begeistert (wenn auch IT nicht erfreut) über die bis ins Detail ausgeklügelten Regeln und Gesetze, die Schikane... ähhh.. Konsequenz der Stadtwachen, die Ausarbeitung der Dokumente[...].
[...]
Das freut mich als Stadtwächter sehr. Wir geben uns große Mühe, eine möglichst Wirklichkeitsnahe Bürokratie und Schikane zu simulieren.

Hoffentlich sehen wir euch nächstes Jahr wieder!
Meike hat geschrieben:[...]ungehörigen, unnötigen und wirklich unschönen Einkerkerung/Festsetzung von Mei (dem Mädel aus der Gruppe Notentanz). [...]
Die genauen Hintergründe sind mir leider nicht bekannt, aber viele andere haben sich darüber auch sehr geärgert und aufgeregt, daher gehe ich davon aus, dass da einiges 'schiefgelaufen' ist und so hätte nicht passieren müssen/dürfen.
Wie bitte was? Mei wurde wegen Verdachts der Beihilfe zu einem schweren Verbrechen vorläufig festgenommen. Die Stadtwache hat nur ihre Arbeit getan, und das erfolgreich. "Schiefgelaufen" ist da gar nix, oder allerhöchstens, dass es uns nicht gelungen ist, besagtes Schwerverbrechen zu verhindern.
Kai Kabelmacher hat geschrieben:Ich bin kein Freund von Stadtübergreifenden Plot[...]gerade durch die Reinigung der Tul wurde das Spiel der Altspieler sehr stark beschnitten. Wenn jetzt auch die "Nebenplots" so stark ins Stadtspiel eingreifen verliere ich die Lust am gesamten Stadtspiel.[...]
Huch. Da ist das offensichtlich bei unterschiedlichen Spielern ganz unterschiedlich angekommen. Mir hat das Reinigen der Tul sehr viel Spaß gemacht. Wir wären da ja auch gar nicht zu gezwungen: Wenn wir's nicht getan hätten, wären halt ab und zu ein paar Fischer, Waschweiber und andere Uferbewohner tot umgefallen.

Das Auftauchen der Untoten am Sonntagmorgen war auch kein "triggered Event", welches die Orga einfach an einem bestimmten Zeitpunkt X auf die Stadt losgelassen hat - das war komplett spielergemacht.
Kommandant Kai Kabelmacher hat geschrieben:Wenn ich nochmal von irgendjemanden hier im OT höre, dass es ja total blöd war dass wir jemanden eingekerkert haben und dadurch irgendwelche Aktionen unterbunden wurden, werde ich meinen Posten hinschmeißen und jemand anderes kann sich um die Stadtwache kümmern!
Ach, wer wird denn gleich. Wir würden Dich sehr vermissen.

Aber es stimmt schon: Die Stadtwache besteht aus Spielern, die nach ihrem besten Wissen und Ermessen auf das Geschehen der Stadt reagieren. Wer einfach nur sagt, "Das war total doof, das hat nämlich
mein Spiel durcheinander gebracht!" ohne dabei zu fragen,
warum die Stadtwache etwas getan hat, der ist ungerecht und auch ein wenig selbstsüchtig. Wir Stadtwächter sind selber Spieler. Wir spielen so, wie wir es für angemessen halten. Es ist nicht unsere Aufgabe, uns den Spielideen anderer Spieler unterzuordnen.
In Wirklichkeit bin ich viel hübscher.