Ich bin mit Daniela (der Bardin Cassia) gestern Abend wieder gut Zuhause angekommen und wir hatten noch während der vierstündigen Autofahrt viel zu erzählen und revue passieren zu lassen.
Ich hatte insgesamt ein schönes Spiel und auch Daniela hatte viele schöne Momente.
Was mir zum Beispiel gefallen hat war die Dynamik unter den Gruppen vor allem an den ersten zwei Tagen. Informationen wurden gut miteinander ausgetauscht und dann bei den einberufenen Großbesprechungen noch Mal mit allen Anwesenden geteilt.
Zu der guten Dynamik gehörte auch, dass verschiedene Expertengruppen ernannt wurden und man greifbare Personen hatte, die sich für bestimmte Bereiche zuständig fühlten.
Anders wären die vielen Baustellen kaum unter Kontrolle zu bringen gewesen und ich habe eigentlich nur dann Irritationen bemerkt, wenn Personen versuchten gleichzeitig alle Bereiche zu verstehen und mitzureden, weil sich dann Hintergründe/Erkenntnisse und/oder geplante Vorhaben/Rituale vermischten. Und da waren die Fachbereiche wieder hilfreich, weil man solche Irritationen schnell entschärfen konnte und die Leute zur Not auf ihre eigenen Fachbereiche zurück beordern konnte.
Am letzten Tag kam es dann innerhalb einiger wichtigen Aufgabenbereiche zu Problemen und Verzögerungen, welche das Zeitfenster, in dem wir uns bewegten, einzustürzen drohten.
Ich habe es aber so empfunden, dass die Spielleitung uns in dieser Sache sehr wohlwollend entgegen gekommen ist und auch die NSC's unsere Schwachstellen nicht ausnutzten, denn sonst wären wir zu guter Letzt gescheitert und wahrscheinlich alle gestorben.
Auf der anderen Seite haben wir dafür dann im dunklen gekämpft (diese Alternative erschien mir aber als die bessere, zumal die Kinder im hinteren Teil des Geländes nicht mehr am Fußballspielen waren).
Damit komme ich auch schon zu Dingen, die mir nicht gefallen haben:
Das eine zweite große Nicht-LARPer Gruppe gleichzeitig Vorort war, war bisweilen störend.
Die Jugendherberge Dreilützow als Location finde ich gut [immer wieder „Die dritte Nacht – Feeling], aber daneben fand ich die Abläufe dort teilweise sehr problematisch:
Ich bin, was Essen betrifft, wirklich nicht sehr maulig, aber die Situation Vorort war echt dürftig und insbesondere für die Veganer geradezu diskriminierend „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Veganer auch vegetarisch essen, wenn es nichts anderes gibt!“
Veränderte Essenszeiten, weil eine zweite Gruppe auch bei der Jugendherberge angemeldet ist.
Staubsaugen bei geöffneten Türen, während wir Großbesprechung haben.
Das Nichttragen von („Straßen“-)Schuhwerk im Haus war wenigstens bekannt.
In wenigen Fällen gab es Schwierigkeiten eine Antwort der Orga zu Analysen bekommen.
„Ja macht Mal und spielt es aus, ich komme dann dazu“ - bei diesem Satz wird der erfahrene Spieler ohnehin hellhörig. ^^
Mein Fachbereicht drehte sich um die Traumreisen und das drum herum.
Es freut mich sehr, wenn das Gefluffe Euch Spaß gemacht hat. Daniela und mir hat es Spaß gemacht und neben 95% Fluff haben wir uns auch wirklich um so einiges gekümmert, dass ihr Eure Ruhe hattet und nicht nur sicher wieder aufwachen konntet, sondern auch Heiler und Vertraute unmittelbar bei Euch waren.
Ludwig der Trunculoge war der verrückteste von Euch: “Herr Mittental, ihr sagtet doch ich soll keine Angst haben, da bin ich mitten in den Alptraum hinein gerannt...”
Ich hoffe die Geschichte von Ludwig dem tapferen Rüsselhündchen findet seinen Weg in Dein verrücktes Buch.

Beeindruckt war ich von Michael und Victor, die sich alle drei Tage mit dem Ritual auseinander setzten und gefühlt nie Pause machten.
Die drei Mitglieder der kapnomantischen Cabal zu Raenna haben mir generell sehr gut gefallen und ihr ausgespielter Konflikt mit den Praktiken der Cabal zu Rhumar.
Der Abschied von Victor war für mich ein weiteres sehr bewegendes Thema am Ende des Spiels.
Es war sehr unglücklich, dass es am Ende gerade ihn erwischt hat, nachdem er pausenlos an der Bewältigung der Bedrohung vor Ort gearbeitet hatte.
Die Trauerzeremonie war wirklich schön und @Rojen, der ja immerzu die Augen geschlossen hatte: Es haben neben den Spielern, die einige Worte an Dich gerichtet haben, extrem viele Charaktere wortlos Abschied genommen.
Eins meiner Highlights waren die zwei Fardeaner, die sich ganz alleine in Überzeugung ihres Glaubens gegen die ganze Gruppe und ihre Unterstützer stellten.
Das war so mutig, konsequent und einfach so gutes Rollenspiel! Danke nochmal dafür!
Ich habe auch die Homunkuli auf dem Spiel geliebt. Es war ein sehr tragisches Element auf dem Spiel, aber ihr wart toll! „Ich will nicht mehr hilfreich sein!“ oder „Wie kann ich nicht hilfreich sein?“
Ich mochte Euch NSC's in euren Rollen als Adepten, Dekane und als Kanzler, als Homunkuli, als Pilzmonster „Wentzel pfuiii“, Bauern und unsere zwei Expeditionsleiter!
Danke an alle Spieler für Eure tollen Kostüme und die Momente mit Euch!
Danke liebe Orga für ein sehr schönes Spiel.
Danke Simon als Espreron-Pilz für seinen unvergesslichen Ruf:
„Wuuuuuuuh... (ich bin ein Pilz)“
Edit: Eine lustige Aktion war, als Carsten als Dekan in den einen Raum hinein trat und die Ritual-Vorbereitungen begutachtete:
"Das hier ist kein Pentagramm!" [ich habe das im Nachhinein erfahren und es war auch nicht meine Baustelle]
Wenige Minuten später komme ich gerade auf mein Zimmer und sehe die vermeintlich geplünderte Raumecke:
"Cassia, jemand hat meine Tischdecke geklaut!!!"
"Das waren die Magier und sie haben vorher gefragt, weil da ein Pentagramm drauf ist. Die brauchen die Decke für ihr Ritual."
"Ja aber das ist meine Tischdecke und ich esse darauf..."
Eine letzte Sache: Aktionen und Spielende
Auch wenn gegen Ende eines Spiels natürlich nicht mehr ermittelt werden kann, bitte übernehmt diesen Gedanken nicht mit in das Verhalten Eurer Charaktere. Ich habe auf vielen Spielen das Gefühl, dass sich manche Spieler dazu verleitet fühlen am Ende noch größere Aktionen oder kleinere Aktionen umzusetzen, weil ihnen dann keine Verfolgung droht.
Eine Sache betrifft am Ende auch noch Mal Danielas Charakter, die ein magisches Bardenlied am Friedhof für die Verstorbenen spielte um ihnen die ewige Ruhe zu ermöglichen:
Ich wusste zum Beispiel auch nicht, dass es sich anstelle des geheiligten Bodens um Tempelboden handelte und Daniela kannte die Auswirkungen beider klerikaler Wunder generell noch nicht.
Ich denke aber, dass ein magisch aktiver Charakter merkt, wenn er nicht zaubern kann.
Und ich hätte es gut gefunden, wenn man das der Spielerin dann auch mitgeteilt hätte und ihr Unwissen nicht nur ausgenutzt hätte. Vom Intime-Verhalten der Charaktere absolut nachvollziehbar, aber auf der anderen Seite sind wir ja auch Spieler/Neuspieler, die auf Hilfe/Ansagen angewiesen sind.
Liebe Grüße aus Leipzig,
Euer Tobi [also known as] Janosch Mittental